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Indien, Menschen und Tiere wohin das Auge reicht

16.10.2018

Indien, dies war das erste Land auf meiner Reise, wo ich mich nicht richtig darauf gefreut habe.

So viel habe ich von anderen Reisenden über dieses spezielle Land gehört. Manche Dinge haben sich bewahreitet, andere jedoch nicht. Aber erst mal der Reihe nach.

Vom Flughafen in Delhi konnte ich bequem mit der Metro in die Nähe von meiner Unterkunft fahren. Schon war ich das erste Mal so richtig positiv überrascht. Die Metro war sehr sauber und die Bahn war fast menschenleer (war auch schon 22.00 Uhr). Ja, so ruhig habe ich mir die Ankunft definitiv nicht vorgestellt. Da das Wetter die ersten paar Tage noch sehr bewölkt war, habe ich mit der Stadtbesichtigung fünf Tage gewartet, bis ich dann bei schönem Sonnenschein die Megastadt erkundete. Mit 26Mio. Einwohner ist Delhi nach Tokio (38Mio.) und Jakarta (31Mio.) die 3.grösste Stadt der Welt. Indiens Hauptstadt ist Neu Delhi, dies ist eigentlich "nur" ein Stadtteil von dieser riesigen Metropole. Deswegen ist die Konfusion zwischen Delhi und Neu Delhi auch bei den Einheimischen vorhanden. Mit dem gut ausgebauten Metronetz ist es sehr einfach, die Sehenswürdigkeiten in Delhi in relativ kurzer Zeit zu besuchen. Am interessantesten fand ich den Stadtteil "Alt Delhi". Boah, dort ist ganz schön was los! Neben dem hektischen Verkehr, welcher in Indien generell so ist, wird in den Gassen regen Handel mit diversen Gütern betrieben.

Für 1.30CHF hat mich ein Fahrradtaxi eine Stunde in dieser Gegend herumgeführt und mir alles Wichtige erklärt.

Nun ging meine Indienreise so richtig los. Zuerst reiste ich nach Agra, wo ich das "Monument der Liebe", der berühmte Taj Mahal Palast besichtigte. Da es mir die 15.- für den Eintritt mit Tausenden anderen Besuchern nicht Wert war, besuchte ich einen Park auf der anderen Seite des angrenzenden Flusses. Von dort aus hat man eine perfekte Sicht auf das wunderschöne Gebäude.

Meine Reise nach Mumbai führte mich die nächsten 10 Tage durch den Bundesstaat Rajasthan. Der Reihe nach besuchte ich Jaipur (die pinke Stadt), Pushkar (das heilige Dorf), Jodhpur (die blaue Stadt) und Udaipur (die weisse Stadt). Unterwegs war ich hauptsächlich mit dem Zug, dem Bus und Lokal mit den 3-räderigen Rikschas, welche in anderen Ländern auch Tuk-Tuk genannt werden.

Neben den vielen Tempeln und Burgen hat mich vor allem die Tierwelt beeindruckt.

Auf der Strasse hat es neben sehr vielen Menschen und Fahrzeugen auch sehr viele Tiere, welche nicht gerade zu einer höheren Verkehrssicherheit beitragen. Neben Schweine, Hunde, Hühner, Esel, Streifenhörnchen, Kühe, Affen und Ziegen, fand ich es doch sehr beeindruckend, als mir auf einer Kreuzung ein Elefant entgegen kam, oder auch Kamele mit Anhängern. Das grösste Verkehrsproblem sind jedoch die Kühe und zum Teil auch die Affen. Diese Tiere sind in Indien heilig und geniessen deshalb Narrenfreiheit und können sich ohne Gefahren weiter fortpflanzen.

 

Eine Kuhgeburt mitten auf dem Gehweg, Flötenspieler mit einer Kobra im Korb oder ein Besuch bei einem der zahlreichen "Wahrsagern", welcher nur Unsinn geplaudert hat, sind nur ein paar Erlebnisse, welche ich hier in Indien erleben durfte.

Positiv überrascht war ich von der guten Organisation im Bahn- und Busverkehr. Die Vorurteile von überfüllten und stinkenden Zugfahrten haben sich zum Glück nicht bewahrheitet. Jedoch stimmt es, dass das ganze Land von Abfall verschmutzt ist und die Leute den Müll einfach in der Landschaft "entsorgen".:-(

 

Weiter habe ich in Indien die Faszination an der Vogelwelt gefunden. Folgende farbenfrohe Exemplare habe ich zu sehen bekommen, leider konnte ich keine oder nur sehr schlechte Fotos davon machen. Deshalb empfehle ich Euch danach zu googeln. ;-) Der Buntspecht, die Hinduracke, der Eisvogel und auch der Buntstorch (auf englisch: painted stork :-)).

 

In Mumbai besuchte ich bei meiner Ankunft indische Kollegen von meinen (ex-)Arbeitskollegen. Leider wurde das Angebot mich zu beherbergen zurückgezogen, nachdem ich keinen Anzug für 200.- kaufen wollte. Die 6.grösste Stadt der Welt wurde 1996 von Bombay wieder zu ihrem alten Namen Mumai umbenannt. Leider gibt es in dieser Megastadt nicht viel zu sehen. Unter den Highlights werden Führungen in die zahlreichen Armenviertel (Slums) angeboten. Da ich nicht viel von einem "armen Tourismus" halte und ausserdem diese Lebensart bereits gut kenne, verzichtete ich logischerweise auf eine solche Tour.

 

Das Leben und Reisen in Indien ist als weissen Ausländer extrem anstrengend und braucht viele Nerven. Als Magnet für Kleinkriminelle, Verkäufer, Bettler oder einfach als Fotosujet für Inder, wird man Nonstop von Einheimischen belagert. Der einzige Rückzugsort ist jeweils nur die Unterkunft.

Dies war auch der Hauptgrund, weshalb ich beschloss, noch eine Woche in Goa am Strand zu verbringen, bevor ich dann am 18.Oktober nach Sri Lanka weiterreisen werde.

Goa ist der kleinste Bundesstaat von Indien und ist durch seine weiten Strände und das Nachtleben für ganz Indien als Urlaubsdestination Nummer Eins bekannt. Leider war der Himmel die ganze Woche bewölkt, wodurch die Strände auch nicht ganz so schön wirken wie bei blauem Himmel und Sonnenschein. Somit erkundete ich die Gegend jeden Tag mit dem Roller und genoss den wilden Verkehr, welcher hier im Süden vorwiegend von den zweiräderigen Fahrzeugen dominiert wird. Nach den letzten zwei doch eher langweiligen Wochen, freue ich mich umso mehr auf meine weiteren Reisepläne mit Sri Lanka, MotoGP in Malaysia, China, Tibet, Nepal usw.

 

Wer jeweils gerne eine kurze Nachricht erhalten möchte, wenn wieder ein neuer Bericht online ist, soll mir doch kurz ein Whats App auf +41794522130 oder eine EMail auf broccoli12@me.com schreiben.

Vielen Dank und bis bald.

 

Iran, ein Land geplagt von Wirtschaftssanktionen und Verschwörungen

22.09.2018

Auf dem Weg zum Flughafen hat mir ein ehemaliger Reisender ein Bier offeriert. Da ich in ein islamisches Land reiste, wo Alkohol streng verboten ist, war dies für die nächsten drei Wochen das letzte Bier, welches ich auch dementsprechend genoss. Im grössten Passagierflugzeug der Welt, dem A380, hatte ich einen sehr angenehmen Flug mit viel Beinfreiheit auf einem Sitz beim Notausgang.

In der 18Mio. Einwohner grossen Hauptstadt Teheran angekommen, wollte ich erst mal vom Bankautomaten Geld abheben, leider erfolglos. Um mit der Metro zum Hostel zu gelangen, wechselte ich ein paar Euro bei einem Händler zu Rials, der iranischen Landeswährung. In der Unterkunft angekommen, wollte ich die ersten paar Nächte bezahlen, aber der Preis war plötzlich doppelt so hoch wie auf der Hostelworld-Seite angegeben. Nun musste ich mich mal informieren, was da los ist. Wegen den Wirtschaftssanktionen der USA ist es nicht möglich in Iran Geld zu beziehen von einem ausländischen Konto, mann muss somit genug Bargeld (Euro oder Dollar) mit ins Land nehmen und dann vor Ort in die Landeswährung wechseln. Dazu kommt, dass der Schwarzmarktwechselkurs doppelt so hoch ist, wie der offizielle Bankenkurs. Daher der höhere Preis für das Hostel. Zum Glück gab mir mein Cousin am Tag der Abreise einen Kontakt in Teheran von einem Iraner, welcher mit einer Schweizerin verheiratet ist. Dieser besorgte mir das nötige Geld um die drei Wochen sorgenfrei zu reisen.

Da seit den Sanktionen die Landeswährung inflationsmässig zu Boden fällt, war ich nun somit Multimillionär. Für mich als Reisender war dies ein Glücksfall, denn die Preise sind so etwas von günstig, das glaubt man kaum. Eine Mahlzeit mit Getränk, kann man bereits ab 1.-SFr. geniessen. Jedoch ist dies ein riesengrosses Problem für die lokale Bevölkerung. Die Preise für Importgüter (zur Zeit ja ein Importverbot wegen der Sanktionen) wie Autos, steigen ins unermessliche und sind schlichtweg nicht bezahlbar für einen Normalsterblichen.

 

In Teheran musste ich mich zuerst an die grosse Hitze und die vielen Menschen gewöhnen. Die Fahrt mit der Metro ist mit einem grossen Unterhaltungswert verbunden, denn zahlreiche "fliegende" Händler versuchen neben Lebensmittel, Kleider und diversen Accessoires, auch Haushaltsgeräte, Lampen, Ladegeräte und vieles mehr zu verkaufen. Nach vier Tagen in der Hauptstadt startete ich mit meiner Iranreise Richtung Norden ans kaspische Meer. Da habe ich nicht schlecht gestaunt, als eine Fussballmannschaft in der Pause ihre Wasserflaschen im Meer nachfüllte. Nach ein wenig recherchieren im Internet fand ich heraus, dass das kaspische Meer eigentlich ein See ist und der Salzgehalt gerademal halb so hoch ist wie in einem üblichen Meer. Somit ist das Wasser trinkbar, jedoch halt immer noch salzhaltig.

Gereist bin ich nördlich von Teheran hauptsächlich mit privaten Sammeltaxis welche pro 10km ca.15Rp. kosten.:-) Die iranische Gastfreundschaft kriegte ich nun mehrmals täglich zu spüren. Hier eine Einladung, dort eine gratis Rundfahrt usw. Vielfach werde ich aus reiner Neugier angesprochen. "Woher kommst du?" "Willkommen in Iran!" usw.

Im Gegensatz zu anderen Ländern steht die Kommunikation im Vordergrund und nicht, dem Touristen das Geld aus der Tasche ziehen zu wollen. Ich bin absolut überwältigt von der Freundlichkeit des persischen Volkes!

 

Meine Reise ging dann weiter Richtung Süden. Nach einem kurzen Stopp im Bergdorf Abyaneh besuchte ich die Stadt Isfahan und danach das Wüstendorf Varzaneh. Von dort aus machte ich Ausflüge in die Wüste und an einen grossen Salzsee. Sandboarden und Campen in der Wüste waren absolute Highlights. Die Sanddünen sind jeweils auf der einen Seite mit feinem Sand perfekt zum Surfen, jedoch auf der Gegenseite pickelhart. Somit hatte ich die nächsten paar Tage die Schmerzen von den zahlreichen Stürzen, beim Übergang zu dem harten Sand, zu ertragen.

Beim Campen war ich froh, dass der Skorpion, welchen wir am Morgen unter einem Zelt vorfanden, nicht unter "meinem" Schlafgemach war.

Die Wüstenstadt Yazd, aus meiner Sicht die schönste Stadt im Iran, war mein nächstes Ziel. Die Fassaden der Häuser sind alle aus Lehm und Stroh gebaut, welcher dieser braunen Stadt einen besonderen Charme verleiht. Meine letzte Station im Iran war dann die Stadt Shiraz, welche vor allem durch die zahlreichen Blumengärten bekannt ist. Leider herrscht im Moment eine grosse Wasserknappheit, welche auch diesen Gärten arg zusetzt. Eine gute Stunde entfernt von Shiraz befinden sich Persopolis, die antiken Ruinen eines alten persischen Palastes. Wie aber bereits in Griechenland konnte ich mich nicht so richtig begeistern für diese steinigen Überbleibsel.

 

Im Allgemeinen haben bei mir die landschaftliche Vielfalt und die freundlichen Leute einen sehr positiven Eindruck von Iran hinterlassen. Abgesehen von den strengen Kleidervorschriften (lange Hosen für Männer und Kopftuch bei den Frauen), kam mir das Land weniger islamisch vor als z.B. die Türkei oder einige Gebiete in Bosnien. Nach 18 Tagen im Iran, bei schönstem Wetter und Temperaturen bei knapp 40°C, bin ich dann für eine Woche nach VAE geflogen.

 

VAE?

Ja genau, VAE sind die Vereinigten Arabischen Emirate, welche vor allem aus den zwei Metropolen Dubai und Abu Dhabi besteht.

Hier ist Luxus grossgeschrieben! Neben zahlreichen Wolkenkratzern inkl. dem höchsten Gebäude der Welt (Burj Khalifa 828m hoch), werden die Ölmillionen investiert um unmögliche Dinge möglich zu machen. Bei Aussentemperaturen von bis zu 50°C kann man z.B. in einem Einkaufszentrum Skifahren oder in einem riesigen Aquarium mit Haien und Rochen schwimmen.

In VAE leben ca. 10Mio. Leute, wobei das 8Mio. davon Arbeitsmigranten sind. Die meisten davon stammen aus Asien (Indien, Pakistan, Philippinen) und arbeiten hier für einen sehr niedrigen Lohn. Durch meine philippinischen Sprachkenntnisse erhielte ich einen Einblick, wie eingepfercht 12 Philippinos/Philippinas in einer überteuerten 4-Zimmer Wohnung leben. Auf die Aussicht auf ein höheres Gehalt und ein besseres Leben, ist das Auslandarbeiten ein grosses Ziel von vielen Asiaten. Leider endet es dann in diesem arabischen Staat in einer modernen Sklaverei.

Da die Eintrittspreise der Touristenattraktionen mein Reisebudget zu stark strapaziert hätten, musste ich mir etwas einfallen lassen. :-)

Zum einen habe ich mich durch den Mitarbeitereingang bei einem der luxuriösisten Hotels der Welt, dem Burj al Arab, eingeschlichen um an dessen wunderschönen Privatstrand zu gelangen. Am Abend danach "freundete" ich mich mit dem philippinischen Rezeptionsangestellten vom JW Marriott Hotel an, um in die Hotelbar im 71igsten Stock zu gelangen und von dort die gigantische Aussicht zu geniessen.

 

Heute geht meine Reise weiter nach Indien, auf dieses Land bin ich sehr gespannt.

 

 

 

 

Georgien, Armenien, Aserbaidschan

06.09.2018

Nach der glamourösen Strandpromenade von Batumi habe ich dann noch das wahre Georgien kennengelernt. Ein sehr armes Land mit einer Arbeitslosenquote von 30-50% (inoffiziell).

Der Zug in die Hauptstadt Tiflis war komplett ausgebucht, deshalb reiste ich mit dem Bus weiter.

Tiflis ist eine Stadt mit vielen Sehenswürdigkeiten. Neben zahlreichen Touristen hat es auch sehr viele Strassenartisten und Bettler. Leider fehlte mir die Zeit um das Kaukasusgebirge zu besuchen, wo man schöne Wanderungen machen könnte.

Von Tiflis aus war mein nächstes Ziel Jerewan, die Hauptstadt von Armenien. Per Anhalter reiste ich durch eindrückliche Landschaften. Nach der armenischen Grenze war die Gegend zuerst sehr hügelig und danach sehr flach und karg. Die Leute auf dem Land leben hauptsächlich von der Landwirtschaft. Armenien ist noch ärmer als Georgien und die Aussichten auf eine bessere wirtschaftliche Zukunft sieht düster aus. Denn die Grenzen zu der Türkei (Streit um die Schuldfrage vom Völkermord 1915/16) und zu Aserbaidschan (Bergkarabachkonflikt) sind geschlossen und somit kann Armenien mit diesen Ländern auch keinen Handel betreiben. Wie in Georgien und Aserbaidschan auch, leben in Armenien 1/3 der Gesamtbevölkerung in der Hauptstadt.

Jerewan ist auch eine interessante Stadt mit vielen Highlights. Von der Armut ist in den Hauptstädten nicht viel zu sehen.

In dieser Stadt erhielte ich die traurige Botschaft von dem Tod von meinem Grossvater. Somit plante ich kurzerhand einen Überraschungsbesuch in der Schweiz, um bei der Beerdigung dabei sein zu können.

Via dem grössten See Armeniens, dem Sevan See, reiste ich über den Umweg von Georgien nach Aserbaidschan. Wie ich von anderen Reisenden wusste, kann der Grenzübertritt nach Aserbaidschan sehr viel Zeit in Anspruch nehmen, wenn man einen Einreisestempel von Armenien im Pass hat. Somit war ich dieses Mal etwas nervöser als sonst. Als der Grenzbeamte meinen Pass sah, sagte er "Young Boys Bern, very good Football team". Meine Nervosität war weg und nach einem kurzen Schwatz über Fussball war mein Besuch nach Armenien nur noch Nebensache. Direkt nach der Grenze findet man diverse Busse und Taxis, welche mit der Destination Baku angeschrieben sind. Da es bereits 3Uhr am Nachmittag war und die Hauptstadt doch noch 500km entfernt liegt, habe ich mich entschlossen, per Anhalter noch ca. 100km in Richtung Baku zu fahren und die restliche Strecke am nächsten Tag mit dem Bus zu absolvieren. Nach einer Nacht in Ganja, erreichte ich Baku am nächsten Tag bereits am frühen Nachmittag. Somit blieb mir noch genügend Zeit die Stadt zu besichtigen, bevor ich dann in der Nacht von Baku aus, via Istanbul in die Schweiz geflogen bin.

Auch diese Hauptstadt hat mir sehr gefallen, ein Mix zwischen alten und neuen Gebäuden, dazu diverse Parks, welche zum Ausruhen perfekt waren.

 

In der Schweiz durfte ich viele liebe Leute mit dem Kurzbesuch überraschen. Die 5 Tage vergingen mit viel Aktivitäten sehr schnell.

Nun verlasse ich die westliche Welt für eine Weile und werde den Mittleren Osten und Asien bereisen.

 

 

Ferien in Griechenland und das Landleben in der Türkei

13.08.2018

Athen, die dichtbesiedelste Grosstadt Europas (17'000Einw./km2) zieht die Touristen vor allem mit den zahlreichen antiken Bauten wie u.a. die Akopolis an. Leider hat die Stadt aus meiner Sicht nicht viel mehr zu bieten als diese "Steinhaufen". Beim Bummeln durch die Gassen begegnet man viele Obdachlosen und Bettler, dies empfinde ich immer ein wenig unangenehm. Von den Hügeln aus, welche sich nur unweit vom Stadtzentrum befinden, hat man einen genialen 360°-Ausblick über die Stadt.

Wenn jemand von Griechenland spricht, denkt man meistens an die vielen schönen Urlaubsinseln im Süden von diesem Land. Diese wollte ich mir natürlich nicht entgehen lassen. Deshalb habe ich mir ein Ticket für eine Fähre gebucht, welche an 6 verschiedenen Inseln anlegte, bis ich schliesslich nach 10h auf dem Meer auf Santorini ankam. Die Vulkaninsel ist eine der beliebtesten Feriendestinationen von Griechenland. Neben schönen Stränden ist die Aussicht von den Dörfern, welche direkt auf und an den steilen Klippen gebaut wurde, atemberaubend! Die weissen Gebäude geben dazu den perfekten Kontrast zu dem dunklen Vulkansgestein.

Auf dem Weg in die Türkei machte ich noch einen Halt auf der Insel Kos, wo ich mich einen Tag lang an einem schönen Sandstrand vo der Sonne bräunen liess.

 

Meine erste Destination in der Türkei war Bodrum, ebenfalls am Mittelmeer gelegen. Diese Stadt ist einer der beliebtesten Ferienorte von den Türken. Gerade die Leute aus Istanbul verbringen gerne ihre Ferien an diesem Küstenort. Da das Zentrum und der Strandboulevard, mit vielen Shops und Restaurants, 24h völlig überlaufen ist, habe ich mir die nähere Umgebung (antikes Theater, Aussichtspunkte) als Ausflugsziel vorgenommen. Bei 37C° war dieses Unterfangen dann eine schweisstreibende, aber durchaus lohnenswerte Entscheidung.

Nun stand ein besonderer Leckerbissen auf dem Programm. Mit dem Bus bin ich nach Pamukkale gefahren, um die weissen Kalkterrassen und -berge zu bestaunen. Ebenso befindet sich auf diesem Berg eine antike Dorfruine. Da die meisten Besucher Tagestouristen sin welche mit dem Bus eine lange Tagestour gebucht haben, war besonders am späten Abend und am frühen Morgen eine angenehme Ruhe in diesem Dorf. Bei meinen Fotos könnt ihr diese wunderschöne Gegend sehen.

 

Mit der Ruhe war nun für die nächsten drei Tage Schluss. Mich erwartete mit Istanbul die grösste Stadt Europas (15-20Mio. Einwohner). Schon bei meiner Ankunft mit dem Bus erhielte ich einen ersten Eindruck von dieser belebten Stadt. Istanbul liegt auf zwei Kontinenten, Europa und Asien. Geteilt wird die Stadt mit dem Bosporus, der Meerenge, welche das schwarze Meer mit dem Mittelmeer verbindet. Auf einer länge von 30km variiert die Breite vom Bosporus von 700 bis 2'500 Metern.Die beiden Stadtteile sind durch zwei Brücken und einen Tunnel miteinander verbunden.

Die Sehenswürdigkeiten besuchte ich dann zu Fuss, per Metro und per Fähre. Schon nur auf dem grossen Basar kann man sich bei den über 4000 Geschäften locker mehrere Stunden verweilen und dem bunten Treiben zuschauen. Am besten hat es mir aber bei den Fischern am Bosporus gefallen. Stolz präsentierten sie mir ihren Fang und von der Hektik der Stadt konnte man so Abstand halten.

 

Von der Stadt ging es für mich nun raus aufs Land. Das Ziel war, der Küste vom schwarzen Meer entlang bis nach Georgien zu reisen. Aus Istanbul raus bis zu der Küste hatte ich den Bus genommen, danach ging es endlich wieder per Anhalter weiter. Was ich in den zwei langen Reisetagen bis nach Samsun erleben durfte, übertraf all meine Erwartungen.

Die Freundlichkeit von den türkischen Landleuten war absolut beeindruckend! Auf eine Mitfahrgelegenheit musste ich nie lange warten und die Fahrer haben mich jeweils mit Getränken (Wasser, Kaffee, Tee, Bier) und Esswaren reich beschenkt. Obwohl, dass fast immer eine komplette Sprachbarriere bestand, hatte ich per Körpersprache jeweils gute Unterhaltungen.

Am zweiten Abend endete meine Mitfahrt bereits bei Dunkelheit 12km ausserhalb von Samsun. Kaum ausgestiegen ereignete sich auf der Kreuzung, wo ich mich gerade befand, eine Kollision von zwei Autos. Der Verursacher gab sofort Gas und fuhr weiter. Da ich als Einziger das Kennzeichen vom Fahrerflüchtigen aufgeschrieben hatte, wurde mir zum Dank eine Übernachtung (inkl. Frühstücksbuffet) in einem Hotel offeriert. Dies genoss ich nach den zwei anstrengenden Tagen sehr!

Samsun überraschte mich dann mit seiner Grösse. Erwartet hatte ich, wie die 1000km zuvor, ein kleiner Küstenort und nicht eine Stadt mit 1,3Mio. Einwohnern. Da die Bevölkerungsdichte nun bis nach Georgien einiges höher war als auf dem Weg zuvor, beschloss ich den letzten Teilabschnitt von 500km bis nach Georgien mit dem Bus zu fahren.

Nach Einbruch der Dunkelheit erreichte ich gestern Abend die georgische Stadt Batumi. Von diesem Ort hatte ich vorher noch nie etwas gehört und deshalb wollte ich hier auch nur zum Übernachten bleiben. Schon während der Busfahrt zum Zentrum und beim Fussmarsch zum Hostel, habe ich gesehen, dass ich hier noch einen Tag bleiben möchte. Obwohl ich erst um halb 10 in der Nacht völlig erschöpft angekommen bin, machte ich noch eine "kurze" Stadtbesichtigung. Nach 5 Stunden (!) war ich wieder zurück im Hostel. Gebäude mit architektonischen Meisterleistungen, zahlreiche Licht- und Wassershows, unzählige Nachtklubs, eine 5km lange und belebte Strandpromenade und eine schöne Altstadt sind die Highlights von dieser Stadt. BATUMI, merkt euch diesen Ort! Seit 2007 ist diese Stadt nicht mehr vom Militär belagert und seit dann wachsen die Wolkenkratzer nur so zum Boden heraus. Mit den zahlreichen Casinos entwickelt sich diese Stadt immer wie mehr zum Las Vegas von Georgien.

 

Morgen früh werde ich mit dem Zug nach Tiflis, der Hauptstadt Georgiens weiterreisen.

 

 

Einfaches Reisen per Anhalter in Montenegro und Albanien

26.07.18

Die lange Reise von der bosnischen Hauptstadt Sarajevo nach Zabljak in Montenegro war ein Abenteuer. Bis man ein wenig ausserhalb einer grösseren Stadt ist, dauert es meistens ein bisschen länger, bis die Autofahrer anhalten, um Tramper mitzunehmen. Deshalb nehme ich oft einen Bus oder laufe die ersten paar Kilometer bis an den Stadtrand. So auch in Sarajevo. Auf dem Weg habe ich einen polnischen Tramper getroffen, der bereits 10 Stunden (auf zwei Tage verteilt) am selben Standort auf eine Mitfahrgelegenheit wartete! Diesen scheinbar schlechten Standort habe ich ihm überlassen und bin noch ein paar Kilometer weitergelaufen. Auf das erste "Taxi" musste ich dann zum Glück nicht lange warten. 2 Stunden später und ein ganzes Stück weiter Richtung Montenegro hielte dann ein Auto, wo bereits mein polnischer "Kollege" drin sass. Zusammen kamen wir so,

bis 5km vor die bosnisch-montenegrinische Grenze. Zunehmend wurde der Strassenzustand schlechter und immer wieder waren Kühe, Schafe und Ziegen mitten auf der Strasse. Da auch fast keine Autos diesen Weg fahren, habe ich mich entschieden (im Gegensatz zum Polen), der Schotterpiste entlang bis zu der Grenze zu laufen. Nach dem Grenzübertritt musste ich nicht lange warten, bis mich ein Grenzpolizist mitnahm, welcher gerade seine Arbeitsschicht beendet hatte. Nun kam ich sehr zügig meinem Tagesziel näher. Die Aussicht während der Fahrt war, trotz dem regnerischen Wetter, wunderschön. Die letzte Stunde durfte ich dann noch in einem Camper mit drei jungen Serben/Serbinnen mitreiten.

Am nächsten Tag verbrachte ich einen atemberaubenden Wandertag im Durmidor Nationalpark.

Da Bilder mehr sagen als tausend Worte, könnt Ihr die Natur bei meinen Fotos bewundern. :-)

Nach diesem perfekten Tag machte ich mich auf, die Küstenorte von Montenegro zu besuchen. Der Reihe nach besuchte ich folgende Orte, welche in der Sommerferienzeit von Touristen überschwemmt sind: Herceg Novi, Kotor, Budva, Bar, Ulcinj. Trotz der Menschenmassen habe ich es genossen, durch diese schönen Städte zu pilgern. In Kotor, der Katzenstadt (4-beinig), kann man eine Burg erklimmen, um die grandiose Aussicht zu geniessen. In der Partystadt liess ich es mir nicht entgehen einen der grössten (Kapazität von 5'000 Personen) und angesagtesten Outdoorklubs Europas zu besuchen. Der holländiescher DJ Quintino heizte dem Partyfolk so richtig ein.

 

In Albanien fühlte ich mich zum ersten Mal seit Marokko, in einer fremden Kultur zu befinden.Das Leben findet auf der Strasse statt, Helmpflicht auf Motorräder gibt es nicht, Fahrzeuge der Marke "Eigenbau" sind überall, Zugtiere auf den Strassen, "Busschreier" bei den hektischen Busstationen usw.

Die Länder, welche ich bisher in Osteuropa besucht habe, sind sehr westlich strukturiert. Albanien hingegen ist in vieler Hinsichten eigen, mir gefällts!:-)

Nach dem Besuch der Stadt Shkodar und der Hauptstadt Tirana, machte ich mich auf den Weg, in das kleine Dorf Vuno in der Nähe der Küste. Das primitive Hostel (kalte Aussendusche, Stehklo) wurde aus dem ehemaligen Schulgebäude umgebaut. Ist schon eine Weile her, seit ich das letzte Mal in einem Klassenzimmer geschlafen habe. Dies war jedoch während dem Unterricht...Die schöne Bucht mit dem Djipe Beach erreicht man vom Hostel aus mit einer stündigen Wanderung durch die trockene Buschlandschaft. Zurück bin ich dann mit einem Österreicher und einem Kanadier in der Schlucht bis zu der Küstenstrasse gelaufen. Diese schöne, aber zum Teil sehr gefährliche Kletterwanderung dauerte 2 Stunden. Bei steilen Kletterabschnitten sind Seile angebracht, jedoch sind viele von ihnen abgerissen. Nur dankdem wir zu dritt unterwegs waren, konnten wir uns gegenseitig helfen, um die Hindernisse zu überwinden.

Die drei Tage ohne Internet und vielen guten Gesprächen mit anderen Reisenden waren genial!

 

Ein weiterer langer und weiter Reisetag per Anhalter brachte mich nach Kalambaka. Unter anderem hat mich ein älterer Mann mit langem Bart und schwarzem Gewand mitgenommen und auf dem Weg zum Nachtessen eingeladen. Da ich dachte, er sei Muslim, habe ich aus Respekt kein Fleisch und kein Bier bestellt. Als das Essen serviert wurde, habe ich mir mit dem bestellten Zaziki ein paar Brote geschmiert, während mein Gegenüber zwei grosse Fleischspiesse und eine Schüssel griechischer Salat erhielte, und mich fragte, ob ich kein Fleisch esse... Nachdem wir die Religionsfrage geklärt haben, er ist ein christlich-orthodoxer Pfarrer, haben wir uns die Mahlzeit geteilt.

Da es schon spät war, durfte ich die letzte Stunde in einem überfüllten Kleinbus mit italienischen Pfadfindern mitfahren. In Kalambaka wurde ich von der faszinierenden Berglandschaft von Meteora überrascht. Am nächsten Tag besuchte ich die verschiedenen Klöster auf den Spitzen der Felstürme. Was für eine atemberaubende Fantasiewelt!

Nun bin ich gerade in Athen angekommen. Von hier aus wird meine Reise, via der griechischen Inseln Santorini und Kos, in die Türkei weitergehen.

 

Slowenien, Kroatien und Bosnien/Herzegowina

12.07.18

Die erste Nacht in Slowenien durfte ich bei einem Cousin von einem Fussballkollegen in dem schönen Hafenort Kotor übernachten. Danach ging die Reise per Anhalter und Blablacar weiter in den vermutlich schönsten slowenischen Ort Piran und anschliessend in die Hauptstadt Ljubljana. Eine gemütliche Kleinstadt, welche sich in kurzer Zeit zu Fuss erkunden lässt. Im Allgemeinen ist die Kultur in Slowenien unserer sehr ähnlich.

Weiter ging es nach Zagreb, die Hauptstadt von Kroatien. Da ich von dieser Stadt noch nie gehört hatte, diese sei ein Besuch wert, waren meine Erwartungen auch demnach klein. Mit historischen Gebäuden, vielen Restaurants/Bar und diversen Aktivitäten (mehrere Public Viewings für die Fussball WM, Süsswarenmarkt, Musikfestival, klassische Konzerte im Park) hat mir Zagreb aber sehr gut gefallen. Via Karlovac bin ich dann per Anhalter nach Bihac in Bosnien (eigentlich Bosnien und Herzegowina, ist mir aber zu lang :-)) gereist. Von dort aus habe ich ein Riverraftingtour auf dem Fluss Una gemacht. Diese 4-stündige Flussfahrt war sehr gemütlich (man könnte auch langweilig sagen) inmitten des bosnischen Nationalparkes. Das Highlight war der Start bei dem grössten Wasserfall von Bosnien, dem Strbacki buk.

Der nächste Reisetag war dann der bisher anspruchsvollste. 100km durch grösstenteils unbewohntes Gebiet und wunderschöne Naturlandschaften bis nach Zadar an der kroatischen Adriaküste. Am längsten musste ich bereits in Bosnien auf eine Mitfahrgelegenheit warten. In den 3 Stunden am Strassenrand sind mir auch viele Flüchtlinge begegnet. Diese versuchen, auf der neuen Osteuroparoute, von Bosnien nach Kroatien in die EU zu gelangen. In dem kleinen Ort Bihac sind zurzeit um die 1000 Flüchtlinge am warten, und versuchen immer wieder illegal nach Kroatien zu gelangen. In diversen Gesprächen habe ich festgestellt, dass es sich in den meisten Fällen nicht um Kriegsflüchtlinge handelt, sondern um junge Männer aus Pakistan und Afghanistan handelt, welche dem Ruf von einem reichen Europa folgen. Eine schwierige Situation, welche durch die Willkommenspolitik von manchen Ländern noch verschlimmert wird.

Nach 10 anstrengenden Stunden war ich dann erleichtert mein Ziel um 21.00Uhr tatsächlich noch erreicht zu haben. In Zadar war ich dann mitten im Sommertouristenstrom angelangt. Deshalb habe ich mir danach als nächste Station ein kleiner unbekannterer Ort namens Sibenik ausgesucht. Dies war eine gute Entscheidung. Nur wenige Touristen waren in diesem malerischen Küstenort anzutreffen. Den ganzen Weg von Zadar nach Sibenik konnte ich mit zwei deutschen Jungs in einem Kleinbus mitfahren. Die beiden Abenteurer sind auf dem Weg nach Griechenland. Unterwegs haben wir einen Badestopp eingelegt, auf dem mobilen Kocher Kaffee zubereitet und zusammen Karten gespielt.

Auf einer Teilstrecke von Sibenik nach Split hat mich ein Fahrer zu sich nach Hause eingeladen um die Familie kennenzulernen und dann durfte ich gleich das Mittagessen mit ihnen geniessen.

Split war u.a. wegen dem bekannten "Ultra Europe" Musikfestival völlig überfüllt mit Leuten. Dennoch habe ich mich auf den Abend gefreut, da Kroatien im Viertelfinale der Fussballweltmeisterschaft gegen Russland spielte. Den Match verfolgte ich in dem Public Viewing. Die Freude über den kroatischen Sieg war nach diesem nervenaufreibenden Spiel gigantisch. Die ganze Nacht wurde mit Hupkonzerten bei den Autokorsos und mit Feuerwerk in der Fussgängerzone die Halbfinalqualifikation ausgiebig gefeiert.

Am nächsten Tag war mein Ziel nach Mostar in Bosnien zu gelangen. Dies klappte dann auch sehr gut. Der Fahrer, welche mich für das letzte Teilstück mitgenommen hatte, lud mich auch gleich noch in einem kleinen "Geheimrestaurant" direkt an einem Fluss zum Nachtessen ein.

Mostar ist eine Kleinstadt mit einer sehenswerten Altstadt. Diese ist jedoch auch komplett überfüllt mit Touristen, wie auch der Kravica Wasserfall 40min. entfernt von Mostar.

Zurzeit bin ich in der Hauptstadt von Bosnien, in Sarajevo. Das Attentat 1914 in dieser Stadt, auf den österreich-ungarischen Thronfolger, war der Auslöser für den ersten Weltkrieg. Ebenfalls war Sarajevo auch im 2.Weltkrieg und im Balkankrieg in den Krieg involviert. Dies sieht man auch noch an den meissten Gebäuden der Stadt, welche diverse Fassadenschäden von den damaligen Geschossen aufweisen.

In den letzten 3 Wochen hier in Osteuropa durfte ich eine grosse Gastfreundlichkeit geniessen und war begeistert von der grossflächigen Natur, welche in diesen Ländern zu sehen ist.

Ebenfalls durfte ich sehr viel über die Vergangenheit und der Gegenwart von Osteuropa lernen. Wenn man die Geschichte dieser Länder kennt, versteht man auch gewisse Rivalitätsgedanken von älteren Leuten hier.

Morgen wird meine Reise weitergehen in Richtung Montenegro, wo ich vermutlich nochmals eine faszinierende Natur zu sehen bekomme.

Fussballland Italien

22.06.18

In meinem fast vierwöchigen Aufenthalt in der Schweiz, verbrachte ich die Zeit mit Fussball- und Dartspielen, Kollegen und Familie besuchen, die Meisterfeierlichkeiten um YB mitzuerleben, und natürlich die beiden Visa für China und den Iran zu beantragen.

 

Am 14.6. ging die Reise dann endlich wieder weiter. Das erste Ziel war Locarno, wo ich bei einem Arbeitskollegen übernachten durfte. In Rekordzeit erreichte ich per Anhalter die Destination. Somit hatte ich noch genügend Zeit einen Spaziergang am Lago Maggiore entlang zu machen und die sommerlichen Temperaturen von 28C° zu geniessen. Am Abend wurde ich dann noch an ein Musikfestival eingeladen. Durchaus ein gelungener Start in das grosse Reiseabenteuer Richtung Osten! Am nächsten Tag war mein Ziel, möglichst weit Richtung Venedig zu kommen. Als jedoch meine Fahrerin nach Peschiera del Garda fuhr, entschied ich mich kurzerhand eine Nacht am Gardasee zu verbringen. Diese hatte sich jedoch in sich. Da ich keine preiswerte Übernachtung finden konnte, suchte ich mir einen geeigneten Schlafplatz in einem Park. Abseits der anderen Parkbesucher fand ich dann einen ruhigen Schattenplatz (Parklicht). Kurze Zeit nachdem ich mich eingerichtet hatte, richtete sich eine Gruppe Jugendliche ca.15m neben mir ein um den Freitagabend bzw. Nacht mit Alkohol und Musik zu feiern. Somit war es für mich unmöglich zu schlafen, zum Glück. Nach zwei Stunden lief ein Typ auf mich zu und zielte mit seinem besten Stück direkt auf meinen Kopf. Dies war der Moment, als ich mich bemerkbar gemacht habe. Hui, ist der Junge erschrocken! Er entschuldigte sich mehrmals und informierte nun seine Gruppe, dass dort in der Ecke noch einer liegt. Neben dieser Gruppe hielte mich auch eine Maus, zahlreiche Spinnen, Mücken, sowie die Kälte vom schlafen ab. Etwas Müde, aber glücklich, machte ich bei den ersten Sonnenstrahlen einen Spaziergang am Gardasee entlang. Danach ging die Reise weiter nach Venedig. Ein Ehepaar aus Sempach war so freundlich, und nahmen mich den grössten Teil der Strecke mit.

Venedig, eine touristische Insel mit vielen Kanälen. That's it.

Nun war ein Plauschtag angesagt. Ich besuchte den grössten Wasserpark von Italien, Aqualandia.

5 Stunden am Stück rutschte ich eine Bahn nach der anderen ab und lernte viele neue "Freunde" aus ganz Europa kennen. An diesem Tag kam mein kindliches Ich zum Vorschein, mit dem ich dann bei den Rutschrennen all die jüngeren Konkurrenten hinter mich liess. Bei der Wasserbahn wo man in einem 4er-Bob bei einem freien Fall 100km/h erreichte, prallte ich bei der Landung mit voller Wucht mit meinem Kinn an den Kopf von meinem Vordermann. Heute, 5 Tage später, kann ich den Kiefer immer noch nicht wieder schliessen. Neben dieser Blessur habe ich mir ebenfalls den Fuss verstaucht und Nackenbeschwerden eingeholt. Tja, wer Spass hat, muss auch leiden können. :-)

 

Die nächsten Stationen waren das Touristendorf Caorle und die schöne Stadt Triest. Von dort aus habe ich gestern Italien verlassen und bin nun in Koper (Slowenien) angekommen, wo ich bei einem Cousin von einem Kollegen übernachten kann. Die Heilung von meinen Blessuren geht voran und ich geniesse jeden Tag von meiner Reise. Das Reisen per Anhalter funktioniert bisher grösstenteils problemlos, mal abgesehen, wenn man auf der Autobahn mitten im Nirgendswo abgeladen wird. Aber dies ist eine andere Geschichte.;-) Vom Tesla zum Reisecar, dem Wohnwagen und diversen Lastwagen, nehmen mich all mögliche Fahrzeugfahrer/innen mit.

 

Ach ja, noch zum Titel von diesem Bericht: Die WM interessiert die meisten Italiener tatsächlich dieses Jahr nicht gross. Deshalb ist es auch schwer eine Kneipe zu finden, wo Fussball läuft.

Dies hat sich bereits hier in Koper geändert und wird in Kroatien vermutlich noch besser werden.

 

Motorradrennen und Städtetrip in Spanien

26.05.18

In Jerez angekommen holte mich Kevin, der Bruder vom Moto2 Fahrer Domi Aegerter, mit dem Auto ab und brachte uns zu der Unterkunft, welche in der Nähe von der Rennstrecke gelegen war.

Dort durften wir mit 10 deutschen Securitys von den Moto GP-Rennen in einer Wohnung übernachten. Dank dem Rennticket, welchen ich von Aegi erhalten hatte, dufte ich ein grandioses Rennwochenende geniessen. Mit dem Zugang zu der Rennstrecke, der Boxengasse und dem Fahrerlager, war dies ein unvergessliches Erlebnis!

Da ich ein Flugticket von Barcelona in die Schweiz gebucht hatte um die Fussballmeisterfeier und dem Cupfinale von meinem Lieblingsklub den Berner Young-Boys live mitzuerleben, hatte ich nun nur noch knapp zwei Wochen Zeit um die 1300km zu bewältigen.

Auf dieser Strecke besuchte ich folgende Städte: Sevilla, Granada, Almeria, Alicante, Valencia und Barcelona.

 

Sevilla:

Schöne Stadt mit vielen Sehenswürdigkeiten, welche ohne Weiteres zu Fuss besichtigt werden konnten.

 

Granada:

Eine gemütliche Kleinstadt mit unzähligen Tapa-Bars. Ein Tapa ist ein kleiner Snack, welcher in Granada zu jedem Getränk kostenlos serviert wird. Ein wenig oberhalb von Granada befindet sich die grosse Burg Alhambra und ebenfalls sind mehrere Aussichtspunkte unweit der Stadt gut zu Fuss erreichbar.

 

Almeria:

Von der Hafenstadt Almeria war ich enttäuscht, deshalb machte ich einen Tagesausflug in die eine Stunde entfernte Region um das Dorf Cabo de Gata. Ein menschenleerer 10km langer Sandstrand und ein Naturschutzgebiet mit Hunderten von Flamingos, welche sich im seichten Wasser aufhielten hat diese Region zu bieten. Mehrere Stunden genoss ich die Ruhe und beobachtete die rosafarbenen Flamingos.

 

Alicante:

Diese Stadt ist bekannt durch die Burg, welche direkt oberhalb der Stadt liegt. Von dort aus kann man eine wunderschöne Aussicht über die Stadt, den Hafen und das Meer geniessen.

In Alicante übernachtete ich in einem Partyhostel. Mit den anderen Gästen war man sofort befreundet und so feierten wir bis tief in die Nacht hinein. Am nächsten Tag machten wir gemeinsam einen Ausflug zu der Burg hinauf.

 

Valencia:

Aus meiner Sicht die schönste Stadt in Spanien, welche ich besucht habe. In dem stillgelegten Flussbett, welches die halbe Stadt umschliesst, befindet sich nun ein grosser grüner Park. Ebenfalls befinden sich in diesem Graben das Kunst- und Wissenschaftsmuseum. Diese Bauten sind ein architektonisches Meisterstück, ich bin immer noch begeistert! Ebenfalls verfügt Valencia über einen weiten Sandstrand und diversen traditionellen Bauten.

 

Barcelona:

In der zweitgrössten Stadt Spaniens (nach der Hauptstadt Madrid) gibt es ebenfalls viel zu bestaunen. Diese Grossstadt mit 1,6Mio. Einwohner und Tausenden von Touristen hat für mich jedoch nicht den Charme von einer typisch spanischen Stadt. Mit den vielen Touristen ist die Stadt auch ein Magnet für Kriminelle, welche sich gerne um die Wertsachen der Besucher "kümmern".

 

Zusammenfassung von meinem Eindruck von Portugal und Spanien:

Sehr lebhafte Genossen, jedoch nicht sehr weltoffen und auch nur wenig englischsprechenden Personen. Reisen per Anhalter in beiden Ländern eher schwierig. Der Tag fängt bei den meisten Leuten erst um ca.10Uhr so richtig an, geht dafür aber bis spät in die Nacht hinein. Viele schöne Städte, Natur und Strände machen die beiden Länder absolut bereisenswert.

 

Zur Zeit befinde ich mich für ca.2 Wochen in der Schweiz, um die beiden Visa für Iran und China zu beantragen.

 

 

Gibraltar und ein Kurzbesuch in Marokko

03.05.18

Bevor ich den Gibraltar bereiste, war ich noch für fünf Tage mit 4 Fussballkollegen in Mallorca beim Bierkönig Opening am Ballermann. Es hat mich sehr gefreut gute Freunde zu treffen und mit ihnen ein paar lange Partynächte zu verbringen! Danach brauchte mein Körper ein paar Tage Regeneration. Dank einer Nacht mehr auf Mallorca und einer in Malaga war ich wieder einigermassen fit, um weiter zu reisen. Somit bin ich per Autostopp nach La Linea de la Conception gereist, wo ich bei einer CS-Gastgeberin aus Ungarn übernachten durfte. Dieser Ort liegt direkt an der Grenze zum britischen Überseegebiet Gibraltar. Die Gastgeberin war absolut super! Sie nahm sich am nächsten Tag Zeit, um mir in einer Tagestour ganz Gibraltar zu zeigen. Dieser Berg verlangte uns alles ab, aber die grandiose Aussicht auf dem Gipfel entschädigte mehr als nur für die Strapazen. Auf dem Wanderweg trafen wir auch zahlreiche Affen an, welche ganz schön frech sind und sich bei den Touristen oft beim Essen, Sonnenbrillen, Kameras usw. bedienen. Am Abend zurück "Zuhause" angekommen waren wir beide total erschöpft, aber überglücklich so einen wunderschönen Tag erlebt zu haben.

Nun ging es weiter nach Marokko. Über eine für mich neue Kultur kennenzulernen habe ich mich riesig gefreut. Auf der Fährüberfahrt nach Ceuta, welches noch zu Spanien gehört, konnte ich diverse Delfine beobachten. Von dem Fährhafen bin ich 1.5h der Küste entlang bis an die spanisch-marokkanische Grenze gelaufen. Von dort aus nahm ich dann ein Sammeltaxi, welches nur 1.80 Franken kostete für 1h Fahrt. In Tétouan angekonmen wollte ich erstmals die Stadt erkunden. Sogleich gesellte sich auch ein scheinbar netter Marokkaner zu mir. Nach 10min. aufdringlichem "befehlen" wo wir durchlaufen, sagte ich ihm, dass ich alleine weiter gehe. Er erpresste mich mit

5 Euro, ansonsten werde ich grosse Probleme kriegen. Jedoch habe ich mich geweigert, ihm das Geld zu geben. Nach einem kurzen Wortgefecht einigten wir uns auf 3Euro, was immer noch zu viel war. Egal, Hauptsache raus aus der Stadt mit dem Bus Richtung Chefchouen in den Bergen von Marokko.

Diese "blaue Stadt" wie sie genannt wird, ist ein Touristenhotspot in Marokko. Frühmorgens konnte ich jedoch abseits des Touristenstroms durch die engen Gassen laufen, ohne dauernd von den aggressiven marokkanischen Verkäufern und Drogendealern angesprochen zu werden.

5x am Tag "sang" dann noch der Muezzin vom Minarett aus das Gebet, dies klang so, wie bei uns der Sirenentest.

Nach bereits drei Tagen hatte ich genug von diesem Volk. Ich fühlte mich unwohl und das Gefühl von Freiheit war nicht mehr so präsent. Somit machte ich mich auf nach Tangier, wo ich dann mit der Fähre wieder auf das europäische Festland nach Tarifa (Spanien) zurückkehrte.

Eine Doku über Marokko findet Ihr hier: Doku Marokko (in den Orten von Min.21.40-32.55 war ich).

 

In Spanien angekommen war es für mich wie eine Erlösung. Freundliche Gesichter, nette Leute, sich wieder frei bewegen zu können, die Reisefreude war zurück! Tarifa war sehr windig, der perfekte Ort für Kitesurfer. Stundenlang habe ich bei dieser Sportart zugeschaut und war fasziniert. Leider hätte ein Kurs für Anfänger mein Reisebudget zu sehr strapaziert, somit liess ich es bei den Beobachtungen sein. Speziell in Tarifa ist auch, dass der atlanische Ozean mit dem Mittelmeer zusammenkommt. Auf dem Steg kann man auf der einen Seite den Atlantik sehen und auf der anderen Seite das Mittelmeer.

Nun bin ich in Cadiz angekommen, eine schöne Kleinstadt wie eine Insel auf dem Meer, aber doch verbunden mit dem Festland. Hier herrscht eine gemütliche Ferienstimmung mit einem mehreren Kilometer langen Sandstrand. Gleich geht es für mich weiter nach Jerez, wo ich das Motorradrennen besuchen werde. Mehr dazu im nächsten Bericht.

 

Portugal, die Reise ist lanciert

18.04.18

Am 4.4. habe ich mit dem Flug von der Schweiz nach Porto erfolgreich gestartet. Als ich vor dem Abflug am Flughafen wie gewohnt ein Bier in der "Bye Bye-Bar" trinken wollte, hat der Kopf bereits auf Budget umgestellt und somit verzichtete ich auf das 8.50 teure Getränk.

In Porto angekommen habe ich knapp die Metro verpasst und "musste" 40Min. auf die nächste warten. Dies hat mir zu meinem eigenen Erstaunen überhaupt nichts ausgemacht, im Gegenteil, ich genoss es keine Termine zu haben und die anderen Leute zu beobachten.

Bereits bei den stundenlangen Stadtbummeln in Porto merkte ich, wie das Gefühl von Freiheit mich durch und durch glücklich stimmte. Obwohl meine Gastgeberin (die Tante von einem Arbeitskollegen) kein Wort Englisch sprach, war ich sehr dankbar, zum Einstieg in das neue Abenteuer eine Übernachtungsgelegenheit zu haben. Nach Porto versuchte ich mich dann per Autostopp nach

A Guarda in Spanien zu bewegen, wo ich die Familie von einem Kollegenpaar besuchen wollte. Bei der Autobahneinfahrt musste ich jedoch bereits eine Stunde auf mein erstes "Taxi" warten. Drei ältere portugiesische Herren waren so freundlich und haben mich um 20km meinem Ziel nähergebracht. Von dort aus nahm mich dann ein pensioniertes Ehepaar mit und fuhren mich direkt vor die Haustüre von meinen Gastgebern. In A Guarda wurde ich kulinarisch verwöhnt, mir die wunderschöne Gegend gezeigt und ich durfte in "meiner" eigenen Ferienwohnung übernachten. Nach diesem lohnenswerten Abstecher in den Norden reiste ich dann wieder Richtung Süden nach Aveiro. Dieses malerische Städtchen wird auch als Venedig von Portugal bezeichnet. Von dort aus wollte ich am nächsten Tag per Autostopp nach Nazaré reisen. Dieses Unterfangen musste ich nach 4h durchnässt abbrechen. Neben den Wetterbedingungen sind daran einerseits auch die ungeeigneten Anhalteplätze, aber scheinbar auch die nicht "taxifreundlichen" Portugiesen daran schuld. In Nazaré übernachtete ich dann bei einer äusserst freundlichen CS (Couchsurfing.com) Gastgeberin aus der Türkei. Dieses Städtchen wurde durch die hohen Wellen und den dadurch entstandenen Weltrekord im Wellensurfen bekannt:

https://www.youtube.com/watch?v=Ftok14M5p8g

Ganz so gross waren die Wellen bei meinem Besuch zwar nicht, aber trotzdem sehenswert!

 

Als Nächstes besuchte ich die Hauptstadt Lissabon wo ich bei einem Kollegen von einem Arbeitskollegen übernachten durfte. Nach zwei Stadtwanderungen und einer durchzechten Freitagnacht reiste ich weiter nach Faro, dem Ausgangspunkt für die Besichtigung der Algarvenküste. Pünktlich auf das Highlight von Portugal hat sich das regnerische Aprilwetter zu sonnigem Frühlingswetter geändert. Dies habe ich dann auch ausgenutzt und habe per Autostopp und zu Fuss einen unvergesslichen Tag erleben dürfen. Symptomatisch war, dass die drei "Taxis" alle aus dem Ausland (Indien, Argentinien und England) waren. Auf diesem Tagesausflug habe ich auch ein Kollegenpaar von Deutschland nach 12 Jahren wieder einmal getroffen, war ein fröhliches Wiedersehen! Nun bin ich bereits in Malaga in Spanien angekommen, von da ich morgens für fünf Tage nach Mallorca an den Ballermann gehen werde. Somit verbleibe ich mit überglücklichen Grüssen!